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Foto - Copyright Lingener Marionettentheater im Professorenhaus e.V.
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Prinz Rosenrot und Prinzessin Lilienweiß

Prinz Rosenrot und Prinzessin Lilienweiß

1858 richtete der Bürger und Vereinsaktuar Josef Leonhard Schmid einen Brief an die „Hohe Schulkommission“ der Stadt München, in dem er um die Begutachtung seines Planes zur „Errichtung eines ständigen Marionettentheaters für Kinder“ nachsuchte.

Von dieser Idee war Franz Graf Pocci so begeistert, dass er zum wichtigsten Förderer, Hausdichter, Hausmusiker, Kulissenmacher und Organisator des MÜNCHNER MARIONETTENTHEATERS wurde. Als Hofmusikintendant, Zeremonienmeister und Oberstkämmerer am Hofe war er für künstlerisch Neues immer zu begeistern. Sicher sah er sich durch seine 1854 erhaltene Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät München für seine „Verdienst um die Jugendliteratur“ besonders verpflichtet, „Papa Schmid“ (wie er in München nur genannt wurde) zu unterstützen.

PRINZ ROSENROT UND PRINZESSIN LILIENWEISS war das erste Stück, das Pocci für das Münchner Marionettentheater schrieb. Es wurde ein Riesenerfolg, weil dieses Stück die oft derbe Sprache der üblichen Marionettenstücke durch inhaltliche und sprachliche Qualität so verbesserte, dass damit das Genre Marionettentheater eine kulturelle Anerkennung fand. Das Stück enthält viele Motive aus der deutschen Sagen- und Märchenwelt, die Pocci gekonnt zu einem neuen Ganzen zusammenfügt.

Um dem heutigen Theaterbesucher einen leichteren Zugang zu dem im 19. Jahrhundert verhafteten Stück zu ermöglichen, wurde die Originalfassung von Pocci sprachlich leicht bearbeitet. Wie in den meisten Puppenspielen kommen neben den dramatischen Handlungssträngen die eher komischen – in der Gestalt des Hans Wurst – nicht zu kurz.

  • Premiere: 8. März 2013