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Foto - Copyright Lingener Marionettentheater im Professorenhaus e.V.
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Papiertheaterausstellung

Papiertheaterausstellung

Papiertheater sind eine Erfindung der Biedermeierzeit. Im frühen 19. Jahrhundert gab es in Europa eine große Theaterbegeisterung des Bürgertums. Verlage in Deutschland (z.B. Schreiber in Esslingen - Scholz in Mainz - Oehmigke & Riemenschneider in Neuruppin), in Österreich (Trentsensky in Wien), in Dänemark (Jacobsen in Kopenhagen) und darüber hinaus in England und Frankreich druckten Theaterproszenien und stimmungsvolle Bühnenbilder. Diese waren oft originalgetreue Miniaturkopien der Bühnenbilder auf den Hoftheatern der damaligen Zeit.

Man konnte sich mit ein wenig handwerklichem Geschick mit diesen gedruckten Vorlagen ein eigenes Miniaturtheater bauen. Die Verlage lieferten oft komplette Inszenierungen mit Bühnenbildern klassischer Stücke (z.B. WALLENSTEIN, DER FREISCHÜTZ  oder FAUST), für die gekürzte Textfassungen mitgeliefert  wurden. Die für die jeweiligen Stücke notwendigen "Schauspieler" waren auf extra starken Pappbögen gedruckt. Diese Figuren wurden ausgeschnitten und entweder in Schienen des Bühnenbodens von der Seite oder mit kleinen Stangen von oben bewegt.

Im LINGENER MARIONETTENTHEATER findet sich eine Ausstellung von neun Papiertheatern. Die Bühnenöffnung liegt im Durchschnitt etwa bei 30 x 40 cm. Da Michael Sänger im Laufe der letzten 30 Jahre eine beachtliche Anzahl solcher Papierbögen gesammelt hat, werden in regelmäßigen Abständen immer wieder andere Dekorationen in die kleinen Theater gestellt.